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Servus, wir sind die Lebensabenteurer-Herde Heiko Gärtner, Shania Tolinka und Franz Bujor. Heiko und Franz hatten bereits am 01.01.2014 genug von ihrem bisherigen Leben und haben kurzerhand die Koffer gepackt. Oder besser gesagt: Die Pilgerwägen. Denn seit diesem Tag wandern wir zu Fuß und ohne Geld um die Welt und haben jeweils einen Wanderanhänger mit rund 70 kg Gepäck dabei. Nur ein halbes Jahr später tauchte Shania plötzlich in einem Hotel in Portugal auf, wo sie uns gemeinsam mit einer Freundin besuchte. Von da an war sie im Herzen ständig und im Realen alle paar Monate bei uns um mit uns mit zuwandern. Ab dem kommenden Herbst wird sie dann nun endlich permanent bei uns sein.

Warum gehen wir zu Fuß?

Eine der häufigsten Fragen, die wir seit unserem Reisebeginn gestellt bekommen lautet: „Warum geht ihr denn zu Fuß? Währt ihr nicht viel schneller, wenn ihr mit dem Rad, dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs wärt?“

Meistens müssen wir dann schmunzeln, denn genau das ist der Grund. Wir möchten mit unserer Weltreise nicht um den Planeten hetzen, um so schnell wie möglich alles hinter uns gelassen zu haben. Wir möchten uns alles ganz genau anschauen und ein Gefühl für jedes Land, jede Region und jede Kultur bekommen. Mit dem Auto oder dem Zug ist man in Sekundenschnelle an allem vorbeigerauscht, ohne auch nur die Chance zu haben, es wirklich wahrnehmen zu können. Selbst mit dem Rad braucht man häufig nicht mehr als ein paar Tage, um ein ganzes Land zu durchreisen. Und genau darin liegt für uns das Besondere am Zu-Fuß-Gehen.

Man ist so langsam, dass man immer ausreichend Zeit hat, um alles genau wahrzunehmen. Man kann die Tiere im Wald beobachten, die ihrerseits neugierig werden, wer denn da durch ihre Heimat wandert. Und man bekommt ein Gefühl für Land und Leute. Sei es nun durch persönliche Gespräche am Gartenzaun oder auch nur durch das direkte Wahrnehmen der Blicke, der Stimmung und der Gefühle, die einem Entgegen gebracht werden.

Der kürzeste Weg zu dir selbst führt einmal um die Erde

Zu Fuß unterwegs zu sein brachte uns aber auch die Möglichkeit, wieder mehr mit uns selbst in Kontakt zu treten. Oft hetzen wir derart durch unser Leben, dass wir kaum mehr wissen, wer wir sind uns was wir wollen. Wir funktionieren einfach. Wir reagieren wie aus einem Reflex heraus ohne uns zu fragen, ob uns diese Reaktion überhaupt weiterbringt oder nicht. Nun hatten wir das Gefühl, zum ersten Mal in unserem Leben wirklich Zeit zu haben. So viel Zeit, dass wir uns sogar ganze Serien auf dem Computer anschauen konnten, wenn uns am Abend danach war. Wir hatten Zeit, einfach so ein Picknick zu machen oder auf einer Wiese zu dösen, wenn uns ein Platz gefiel.

Es blieb aber auch genug Zeit, um sich den eigenen Ängsten und Traumata zu stellen, um Heilungsschritte zu gehen, die man immer aufgeschoben hat und um all die Leichen aus dem psychischen Keller der Seele auszugraben, die wir all die Jahre zu hause so gut verdrängt hatten.

So wurde unsere Reise um die Welt, zunächst einmal eine Reise zu unseren eigenen Wurzeln. Und das war auch wichtig, um überhaupt in der Lage zu sein, sich wirklich auf neue Eindrücke einlassen zu können. Deswegen kam es am Anfang unserer Reise auch nicht Infrage, irgendwohin zufliegen und dann von dort aus los zuwandern. Wir starteten unsere Reise also in der alten Jakobspilgertradition mit dem Leitsatz: „Der Weg beginnt vor deiner Haustür“.

40.000km ohne Geld durch Europa

Seit diesem Tag sind nun mehr als sechseinhalb Jahre vergangen und wir haben inzwischen gute 40.000km in ganz Europa zurückgelegt. Außer Zypern und Island gibt es nun kein Land mehr, dass wir auf dieser Reise nicht durchwandert haben. Teilweise erstaunt uns das selbst. Denn offen gesagt: Wenn uns vor dem Beginn unserer Reise jemand gefragt hätte, ob wir das sechseinhalb Jahre und länger so durchziehen, dann hätte keiner von uns darauf gewettet. Und doch hat es funktioniert. Sogar weitaus besser als wir es uns je hätten erträumen lassen.

Denn sobald für uns einmal klar stand, dass Geld für diese Reise einfach kein Zahlungsmittel sein würde taten sich unzählige Wege auf, durch die man auch vollkommen ohne gut leben konnte. Wir stellten fest, dass die Möglichkeiten, die man im Leben hat, von nichts anderes begrenzt werden, als vom eigenen Geist und der eigenen Vorstellungskraft. So wurden wir je nachdem, was wir uns selbst gerade zutrauten, in Obdachlosenunterkünfte oder in Fünf-Sterne-Hotels eingeladen. Wie besuchten Museen, Heiligtümer, Thermalbäder, Zoos und andere Touristenattraktionen. Wir badeten im Mittelmeer und in Gebirgsseen, ausgefallene Spezialitäten und konnten schließlich sogar mit Fähren übersetzen, ohne dafür einen Cent zahlen zu müssen.

Der weitere Weg um die Welt

Durch die aktuelle, weltpolitische Situation mit Corona-Chaos und gesperrten Grenzen mussten wir unsere Reiseplanung noch einmal etwas umgestalten. Eigentlich wollten wir jetzt bereits durch die USA und Kanada wandern und stattdessen waren wir gezwungen, drei Monate lang in einem kleinen französischen Dorf zu bleiben und den Lock-Down abzuwarten. Auch den Rest des Jahres werden wir nun wohl vorerst noch in Europa bleiben und abwarten, wie sich die Dinge so ergeben. Dann geht es aber definitiv weiter, um den Rest unseres schönen Planeten zu besuchen. Wir halten euch aber natürlich über alles auf dem Laufenden.

Heiko, Franz und Shania
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